Montag, 4. Juli 2022

Mit dem 9-Euro-Ticket durch Sachsen

Die Pioniereisenbahner nehmen ihren Job ernst. Sehr ernst sogar. Es herrscht eine strenge Arbeitsteilung zwischen Fahrkartenverkäufern, Fahrkartenkontrolleuren auf dem Bahnsteig, Fahrdienstleiterinnen, Schrankenwärtern, Helferinnen an unbeschrankten Bahnübergängen und Lokführer. Der Lokführer ist der einzige Erwachsene, alle anderen sind schulpflichtig. Und merklich stolz auf das, was sie hier im Küchwaldpark nachmittags und am Wochenende leisten.

Was sich heute „Parkeisenbahn Chemnitz“ nennt, wurde 1954 als „Pioniereisenbahn Karl-Marx-Stadt“ gegründet. Es steckt auch heute noch viel DDR in diesem grundsympathischen Betriebskonzept. Chemnitz, Plauen, Gera, Leipzig, Dresden, Berlin: in vielen ostdeutschen Städten gibt es Parkeisenbahnen, die mal Pioniereisenbahnen waren. Die in Plauen, Chemnitz und Dresden habe ich auf meiner „9-Euro-Ticket-Reise“ durch Sachsen er-fahren, auch wenn das 9-Euro-Ticket bei den Parkeisenbahnen gar nicht gültig ist. Aber ich finde, diese originellen Bähnchen haben es verdient, dass man für sie extra zahlt. 

Plauen

Chemnitz   
Dresden

In vielen anderen, „ganz normalen“, aber auch reichlich extravaganten Bussen und Bahnen in Sachsen ist das 9-Euro-Ticket gültig – und hat mir somit eine wunderbare, spontan geplante mehrtägige Reise durch den Freistaat beschert. Während rund um die großen Verlagshäuser in Hamburg, Köln und München die Züge überfüllt sind, weil die ganzen Journalisten mitfahren, die zum ersten Mal in ihrem Leben Regionalzüge von innen sehen und vom „völligen Chaos“ berichten, bekomme ich zwischen Zwickau und Zittau auch im Juni 2022 immer einen freien Sitzplatz. Von einem folgenschweren Zugausfall in Cranzahl abgesehen, sind die Züge auch fast immer pünktlich und zuverlässig. Davon kann in vielen anderen Bundesländern mit ihren überlasteten Bahnnetzen derzeit wahrlich nicht die Rede sein...

Sachsen ist ein wunderbares Bahnland mit viel Kulturerbe und noch mehr schöner Natur. Beides erlebe ich während meiner Reise. Ich stelle fest, 

  • dass Meißen so ist wie Bamberg, nur ohne die vielen Brauereien;
  • dass die Dresdner Neustadt ist so ist wie das Berlin der 0er Jahre, nur ohne Hundescheiße;
  • dass das Erzgebirge so ist wie der Schwarzwald, nur weniger überlaufen;

  • dass die Elbe ein echter, fließender Fluss ist und kein langweiliger staustufenregulierter Kanal wie Neckar, Main & Co;

  • dass es spannende Industriekultur nicht nur im Ruhrgebiet gibt, sondern auch in Chemnitz; 

  • dass Görlitz völlig zu Recht häufig als Filmlocation ausgewählt wird und

  • dass man in Annaberg-Buchholz richtig leckeren Kaffee trinken kann.


 

Ein paar Highlights, die ich mit dem 9-Euro-Ticket erlebt habe:

  • Mit drei verschiedenen dampfbetriebenen Schmalspurbahnen (Fichtelbergbahn, Weißeritztalbahn, Lößnitzgrundbahn) fahren, teilweise sogar im offenen Wagen
 

 
 

  • Mit dem Bus im Stau stehen und neidisch auf die fahrende Dampflok blicken

  • In Zwickau mit einem normalspurigen Eisenbahn-Triebwagen (auf einem Dreischienengleis) über das schmalspurige Straßenbahnnetz fahren

  • Mich auf dem Weg „nach den Bahnsteigen“ im Zwickauer Hauptbahnhof fragen, ob das wirklich ein Bahnhof ist oder doch ein Museum

  • Mir im Bahnhof von Kurort Kipsdorf dieselbe Frage stellen
  • Mit einem Kleinbus eine Stadtführung durch Meißen machen und beim langsamen Vorbeifahren den Hinweis des Fahrers beachten, dass man sich im 2. Fenster der Konditorei den Meißener Fummel anschauen kann

  • Vom Triebwagen der Erzgebirgsbahn mit „Glück auf!“ begrüßt werden

  • … vom Doppelstockzug der Dresdner S-Bahn hingegen mit „Guten Morgen“ begrüßt werden

  • Über die größte Ziegelstein-Brücke der Welt, die Göltzschtalbrücke, fahren (aber leider den passenden Moment für ein gutes Foto verpassen)
  • In Plauen beobachten, dass auch in modernen Niederflur-Straßenbahnen Sand für die Bremsen nachgefüllt werden muss - und zwar mit der Gießkanne
  • In Hainichen in einen dieselbetriebenen Zug einsteigen, der sich in der Chemnitzer Innenstadt in eine elektrische Straßenbahn verwandelt 


  • Den 220 Mio. € teuren Dresdner Flughafen bereisen, an dem am Bereisungstag genau 13 Flüge abgehen, davon drei nach Mallorca und sechs weitere Inlandsflüge
  • Mit der (45 m langen) ehemals längsten Straßenbahn der Welt an den Stadtrand von Dresden fahren

  • … und dort von einem Schienenschleifwagen überrascht werden

  • Zwischen Zittau und Görlitz plötzlich an einem polnischen Bahnhof halten

  • In einer alten Tatra-Straßenbahn durch Görlitz schaukeln  
 
 
  • Das Einkaufszentrum Lausitz-Center, laut Google Maps der einzige „belebte Ort“ in Hoyerswerda-Neustadt, aufsuchen. Es ist (innen) tatsächlich belebt - aber was für gelernte DDR-Bürger bei der Eröffnung am 31. August 1995 eine beeindruckende neue Welt gewesen sein muss, wirkt heute wie ein etwas aus der Zeit gefallenes 90er Jahre-Museum, während Hoyerswerdas Altstadt zeitlos schön ist
  • Auf der „Sächsischen Semmeringbahn“ durch die Sächsische Schweiz fahren – und die mitreisende Schulklasse schreien hören, als im Tunnel plötzlich das Licht ausgeht

  • Hinter dem Lokführer die Fahrt durch das Elbtal Richtung Tschechien genießen. 


Mich zieht es nun weiter über die Grenze, ich will auf dem Heimweg in den Südwesten noch Most, Pilsen und meine Verwandtschaft in der Oberpfalz besuchen. Dabei könnte man mit dem 9€-Ticket in Sachsen noch viel mehr erleben: Mit der Straßenbahn durch das wunderbare Leipzig gurken; auf der Döllnitztalbahn Schülerverkehr auf einer Schmalspurbahn erleben; alte Schlösser an Mulde und Elbe besichtigen; mit historischen Straßenbahnen durch das Kirnitzschtal fahren; mit der Drahtseilbahn zum Schloss Augustburg gondeln. Manche Fähren sind ebenfalls mit dem 9€-Ticket nutzbar, die Pferdebahn in Döbeln hingegen nicht. Der MDR hat eine hilfreiche Übersicht erstellt, wo das Ticket gilt und wo nicht.

Man sollte übrigens genau aufpassen, immer mit einem gültigen Fahrschein unterwegs zu sein. Und eine Bestätigung des heimischen Verkehrsverbundes dabei haben, dass die Plastikkarte mit dem in Sachsen unbekannten Verkehrsverbundlogo tatsächlich eine gültige Jahreskarte, also ein 9€-Ticket, ist. Meine „polygoCard“ hat mit den Schaffnerinnen und Schaffnern in Sachsen zu unterhaltsamen Gesprächen, Gelächter und kritischen Nachfragen geführt. Aber niemand hat mein Ticket einfach so durchgewunken, wie ich es in Nordrhein-Westfalen und Bayern schon erlebt hatte. Die Schaffnerinnen und Schaffner in Sachsen nehmen ihren Job offenbar ernst. Sehr ernst sogar. Man ahnt, wo sie das gelernt haben.

Das Fotoalbum der Reise findet man hier.

Donnerstag, 23. Juni 2022

Karl May

Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah. So lautet der vollständige Name von „Hadschi Halef Omar“. Das weiß ich noch immer. Das wusste ich auch als etwa zehnjähriger Junge, als ich mit meinem Opa auf der Frankfurter Buchmesse war – und habe am Stand des Karl-May-Verlags deshalb eine Winnetou-Sonderbriefmarke gewonnen. Der Stand des Karl-May-Verlags war mein alljährliches Highlight auf der Frankfurter Buchmesse. Obwohl Karl May seit 1912 tot ist (auch das weiß ich noch auswendig, warum auch immer), hat es der Karl-May-Verlag Anfang der 2000er fertiggebracht, jedes Jahr ein neues Buch der berühmten grünen Reihe „Karl May’s Gesammelte Werke“ herauszugeben. 1912 gab es 35 Gesammelte Werke, heute sind es 96 (wenngleich es mittlerweile „Gesammelte Werke und Briefe“ sind). 

Karl May

Mein Opa hat Karl May gelesen. Mein Vater hat Karl May gelesen. Ich habe mein erstes Karl-May-Buch in der 2. Klasse gelesen, es war „Durchs Wilde Kurdistan“, Band 2 der Gesammelten Werke. Warum ich damals nicht mit Band 1 („Durch die Wüste“) begonnen habe, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß auch nicht mehr, wie viele der Bücher ich damals verschlungen habe. Mehr als 10 definitiv, vermutlich mehr als 20, vielleicht auch 30. Meine Favoriten waren im Übrigen nicht die bekannten Winnetou-Bücher, sondern die mehrbändigen früheren Kolportageromane wie „Waldröschen“ und „Die Liebe des Ulanen“ (Gesammelte Werke, Band 51-55 bzw. 56-59), die die Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts lebendig machen. Karl-May-Bücher spielen auf der ganzen Welt, nicht nur im Wilden Westen. Wobei der Wilde Westen, den Karl May im Kopf hatte, stark an Sachsen erinnert. Während der Wilde Westen, den wir heute im Kopf haben, eher wie Jugoslawien/Kroatien aussieht – dort wurden die bekannten Verfilmungen mit Pierre Brice und Lex Barker gedreht. Wer hat da nicht alles mitgespielt, von Mario Adorf über Götz George und Heinz Erhardt bis zum späteren Terence Hill, der damals noch Mario Girotti hieß.

Hier wurde der Schatz im Silbersee gedreht, das Foto ist bei unserer Radreise 2019 entstanden.


Als die Karl-May-Persiflage „Der Schuh des Manitu“ 2001 im Kino lief, war meine Karl-May-Lesezeit schon vorbei. Anfang der 2000er habe ich Sven Regener, Florian Illies und Wladimir Kaminer gelesen. Herr Lehmann und Russendisco statt Sam Hawkins im Saloon. Aus der „Jugendliteratur“ Karl May war ich scheinbar hinausgewachsen, so wie andere irgendwann aus dem Harry Potter-Alter rausgewachsen sind.

Dann kam der Juni 2022. Meine Reise mit dem 9-Euro-Ticket durch Sachsen. Der Zwischenhalt in Karl Mays Geburtsort Hohenstein-Ernstthal erinnerte mich an die Bücher meiner Jugend. In der Kulturstadt Dresden hätte ich in den Tagen danach das Grüne Gewölbe besichtigen können, das Albertinum, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr oder das Verkehrsmuseum. Bestimmt alles interessante Museen, in denen ich noch nie war. Aber was habe ich gemacht? Bin in die Karl-May-Straße nach Radebeul gefahren. Ins Karl-May-Museum. Bei einem Familienurlaub Mitte der 90er war ich da schon mal. Warum nicht in alten Erinnerungen schwelgen?

 

Karl-May-Straße in Radebeul

Das Museum empfängt heute mit Fahrradständern („hier können Sie Ihren Drahtesel anbinden“) und wurde an den woken Zeitgeist angepasst, der „Indianer“ völlig zu Recht in Gänsefüßchen setzt. Ich staune und lese mich durch das Museum und den zugehörigen Park, in dem unter anderem das größte Karl-May-Buch der Welt steht. 

 

„Hier können Sie Ihren Drahtesel anbinden.“

Das größte Karl-May-Buch der Welt

Spätestens bei der Hinweistafel, dass sich das Spätwerk Mays „zunehmend mit pazifistischen Themen rund um Völkerverständigung, kulturelles Verständnis und Toleranz“ beschäftigte, kriege ich Lust, mal wieder Karl May zu lesen – vielleicht ja mal was aus dem Spätwerk, z.B. Winnetou 4 (doch, das gibt es; der Karl-May-Verlag nennt es „Winnetous Erben“). Meine Erinnerung sagt mir: nicht nur das Spätwerk hat sich mit diesen Themen beschäftigt! In den Büchern Karl Mays, die ich in meiner Jugendzeit gelesen habe, habe ich viel gelernt über die notwendige Toleranz anderen Menschen und Religionen gegenüber, über das Hinterfragen der angeblichen Überlegenheit der eigenen Hautfarbe und natürlich auch über fremde Länder und Völker – auch wenn Karl May die ebenfalls nur aus Büchern und Erzählungen kannte.

Ich bekomme also Lust, mal wieder was von Karl May zu lesen. Kein Problem, bei meinen Eltern im Keller steht ja noch die ganze Büchersammlung. Den Museumsshop kann ich ignorieren, Karl May hat in den letzten 20 Jahren keine Bücher veröffentlicht, die mich brennend interessieren würden. Dachte ich mir, bis ich dann doch Buchrücken für Buchrücken eruiere, was es an alles an Literatur von und über Karl May gibt. Und was entdecke ich da? „Unter Volldampf – Abenteuergeschichten rund um die Eisenbahn“. Der Buchrücken erklärt: „Karl May war vom Mythos Eisenbahn fasziniert. Daher mangelt es den Schauplätzen seiner Fantasie nicht an packenden Eisenbahnszenen, sei es im heimatlichen Deutschland, in Nordamerika oder auch auf dem Balkan.“

Es dämmert mir, dass sich Winnetou und Old Shatterhand beim Eisenbahnbau kennengelernt haben. Dass auch die Verfilmungen – egal ob mit Pierre Brice oder mit Bully Herbig – nicht ohne Dampfloks auskamen. Und dem Eisenbahnfreund und Ex-Karl-May-Leser in mir wird klar: Ich muss dieses Buch haben! 

Ein tolles Buch!

Ich habe es gekauft. Und innerhalb einer Woche verschlungen. Die freudige Erkenntnis: Karl May ist gut gealtert. Wenn man darüber hinwegsehen kann, dass im Buch von „Negern“ (ohne Gänsefüßchen) die Rede ist und Chinesen rassistisch beleidigt werden, dann ist Karl May auch heute noch lesenswert. Spannend, unterhaltsam, lehrreich.

Im September reise ich mit meiner Freundin nach Griechenland. Durch die Schluchten des Balkan und vorbei am Land der Skipetaren. Also vorbei an Schauplätzen des „Orientzyklus“ (Gesammelte Werke, Band 1-6). Ich habe eine Vermutung, welche Urlaubslektüre ich im September einpacken werde. Die Protagonisten wären dann nicht Winnetou und Old Shatterhand, sondern Kar Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Im Railjet Express von Stuttgart nach Tirol

ÖBB-Züge verfügen in der Regel über drei Eigenschaften, über die DB-Züge nicht verfügen: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Fußstützen. Und auch das gastronomische Angebot spielt in einer ganz anderen Liga. Folgerichtig haben wir uns zu Fahrtbeginn für etwas Besonderes entschieden: Frühstück im Zug. In meinem Fall das „Aktiv Frühstück“ mit ÖBB Schienenbienen Bio Honig. Letzterer ist wirklich wahnsinnig lecker. Auch der Cappuccino kann sich trinken lassen. 


Wir sitzen gemeinsam mit Marco am Vierertisch im Bordbistro. Marco und ich hatten gestern beim Telefonieren festgestellt, dass wir heute mit dem selben Zug nach Österreich fahren. Ein herrlicher Zufall, ein herrliches Frühstück. Da macht es auch gar nichts, dass der „Railjet Express“ von Stuttgart nach Ulm mit 1:16 Stunden deutlich länger unterwegs ist als andere Fernzüge (56 Minuten) und sogar als der Regional Express (1:04 Stunden). In Süßen steht er ein paar Minuten rum, um sich vom EC nach Graz überholen zu lassen. Auch wenn die Durchsage behauptet, dass wir einen entgegenkommenden Zug abwarten (was auf einer zweigleisigen Strecke wenig Sinn macht). Apropos Durchsage: „Sitzplatzreservierungsdatenbankübertragung beendet“ wurde gerade verkündet. Was für ein schönes Wort. 

Den Railjet Express 897 „Bregenzerwald“ gibt es erst seit dem letzten Fahrplanwechsel. Er fährt von Frankfurt am Main nach Wien. Aber nicht die direkte Strecke über Nürnberg, und auch nicht die indirekte Strecke über München, sondern die überhaupt nicht direkte Strecke über Bodensee und Arlberg. Bislang haben wir den Zug nur vor unserem Balkon vorbeifahren sehen, heute sitzen wir zum ersten Mal drin. Von Stuttgart (07:44 Uhr) bis nach Landeck-Zams (12:25 Uhr). 

Die sympathische Schaffnerin fragt mit Blick auf das Ticket, ob es von Landeck mit dem Bus noch weiter geht. Geht es, nach Serfaus. Sie erklärt, dass sie immer nach Kappel fährt. Sie kennt sich also aus im Tiroler Oberland. Im Weitergehen wünscht sie uns viel Spaß – und dass die Knochen heil bleiben. 

Auch die Toiletten sind in ÖBB-Zügen schöner

 

Am rechen Fenster erhascht man mittlerweile immer wieder Blicke auf den Bodensee. Im Hintergrund schneebedeckte Berge. Die weiße Pracht macht deutlich, dass wir uns mitten im Winter befinden, auch wenn das die angenehme Wärme im Großraumwagen nicht vermuten lässt.


Der Monitor über dem Gang zeigt an, dass wir 95 km/h fahren. Das ist schnell genug, nach meinem Geschmack könnte der Zug in dieser schönen Landschaft noch deutlich langsamer fahren. Nächster Halt Lindau-Reutin, der zweckmäßige neue Bahnhof „auf dem Festland“ mit dem Charme eines Discountmarktes. Den Abstecher über den Bodenseedamm auf die Insel und somit einen erneuten Fahrtrichtungswechsel spart sich der Zug. Gut für uns, so wird der Bodensee weiterhin direkt vor unserem Fenster bleiben. Andererseits könnten wir auch jederzeit auf die andere Gangseite wechseln, es sitzen nur zwei weitere Fahrgäste im 1. Klasse-Wagen. Einer, der sich mitten während der Fahrt seine Fingernägel feilt und einer, dessen telefonische Gesprächspartner scheinbar stark schwerhörig sind. Bornierte Beklopptheiten, die man eher nur in der 1. Klasse findet. Der minimale Mehrpreis für den Supersparpreis in der Ledersitz-Klasse hat sich trotzdem gelohnt.

In Bregenz füllt sich der Zug plötzlich. Kaum ist man in Österreich, fahren die Menschen scheinbar gerne und häufig Bahn. Könnte damit zusammenhängen, dass die ÖBB mit über 97 % Pünktlichkeit im Jahr 2021 eine der pünktlichsten Bahnen Europas ist. Was wiederum damit zusammenhängen könnte, dass Österreich pro Einwohner fast dreimal so viel Geld in sein Bahnnetz investiert wie Deutschland. Was wiederum damit zusammenhängen könnte, dass in Deutschland die Autolobby…

Nein, nicht mehr an Deutschland denken. Wir sind jetzt in Österreich. Das Land mit Impfpflicht und ausreichend PCR-Tests. Wir sind in den Bergen. Der Zug ist bequem und pünktlich. Der Himmel reißt allmählich auf – und wird uns in den nächsten zwei Tagen traumhaftes Sonnenwetter bescheren. Vor dem Fenster viele Erinnerungen an vergangene Besuche in Vorarlberg und insbesondere an meine Österreich-Radreise im vergangenen Juni.

Ab Bludenz schraubt sich der Zug auf der linken Talseite immer weiter bergauf. Die Außentemperatur nimmt ab, die Schneehöhe nimmt zu. Bis der Zug nach dem Halt in Langen schließlich im Arlbergtunnel verschwindet. 

Ab St. Anton hinter dem Arlberg geht es wieder bergab. Mit gemütlichen 70 km/h schaukelt der Railjet Express durch die Berglandschaft, überquert auf der beeindruckenden Trisannabrücke das Paznauntal und erreicht schließlich den Bahnhof Landeck-Zams. Hier heißt es Abschied nehmen von Ledersessel und Heizung. Wir steigen hinaus in den Tiroler Winter und freuen uns auf die anstehenden Schneewanderungen. Hinter uns ertönt die markante Tonleiter der Taurus-Lokomotive, die den Railjet heute noch bis nach Wien schieben wird. Zuverlässig, pünktlich und mit Fußstützen.
 




 

Dienstag, 28. Dezember 2021

Österreich End to End

Nein, es hat auch dieses Jahr wieder nicht funktioniert, unsere Radreise-Idee „Großbritannien End to End“ (von Land's End nach John o'Groats) umzuetzen, das verflixte Virus trieb weiter sein Unwesen und uns zu einem Plan B. Letztes Jahr lautete der Plan B „Deutschland End to End“, dieses Jahr war es dann „Ösiländ End to End“. Der westlichste Punkt Österreichs liegt in der Nähe von Feldkirch am Dreiländereck Schweiz/Liechtenstein/Österreich, der östlichste Punkt Österreichs liegt südöstlich von Bratislava am Dreiländereck Slowakei/Ungarn/Österreich. Selbstverständlich haben wir nicht die kürzeste Route zwischen diesen beiden Punkten gewählt, sondern versucht, ein Best Of schöner Streckenabschnitte und Orte zu erradeln. Für mich startete die Reise in Esslingen an der Haustür („an einem Tag von der Haustür an den Bodensee radeln“ stand auch auf der 2021-Bucketlist), Wolfgang ist in Lindau dazugestoßen. Von Esslingen bis nach Wien habe ich an 17 Tagen 1.721 Kilometer und 16.750 Höhenmeter erradelt. Die schönsten Fotos kann man im Online-Album durchklicken (für Bildunterschriften muss man auf das „i“ klicken).

Dienstag, 12. Januar 2021

Deutschland End to End

Auf die Radreise im Sommer 2020 hatten wir uns schon lange im Voraus gefreut. Wir haben sie lange im Voraus geplant, lange im Voraus gebucht, uns lange im Voraus mit Literatur eingedeckt und einen GPS-Track gebastelt. Eine tolle Radreise, vom einen Ende des Landes zum anderen Ende des Landes. End to End. Drei Wochen. Mehr als 2.000 Kilometer. 

Dann kam Corona. Und damit einhergehend Einreisebeschränkungen in Großbritannien. Unser Plan war es nämlich eigentlich, Großbritannien von End to End zu erradeln, von Südwestcornwall bis Nordostschottland. Aber nun musste ein Plan B her. Der da lautete: Warum nicht einfach Deutschland von End to End erradeln: Von Sylt bis Oberstdorf, an den Buchten der Ostsee entlang, der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze folgen und dann quer durch Bayern in die Berge. Von der Nordsee bis zu den Alpen, vom Holstein-Rind zum Allgäuer Grauvieh. 

Nach mehr als drei Wochen und mehr als 2.200 Kilometern lässt sich sagen: Es war ein toller Plan B! Wir haben gelernt, dass deutsche Küche auf dem Land wirklich noch deutsche Küche ist („och nö, nicht schon wieder Schnitzel!“) und dass das mobile Internet in Deutschland wirklich viel schlechter ist als in allen Reiseländern der Vorjahre. Wir wurden davon überrascht, dass wir die anstrengendsten Etappen an der Ostsee hatten und das schlechteste Bier in Bayern. Wir haben jeden Zug mit „tut tut“ und jeden Vogel mit „müpp müpp“ gegrüßt und in jede Unterführung „wie heißt der Bürgermeister von Wesel?“ gebrüllt (warum? Keine Ahnung). 

Die besten Kommentare von zufälligen Reisebekanntschaften zu unserer Tour waren „da geht man doch kaputt!“ und „was rauchen sie sonst so?“. Wie wir selber unsere Reise kommentiert haben, kann man in unserem Reisetagebuch nachlesen. Der Text ist zusammengebastelt aus Notizen und Whatsapp-Nachrichten, die wir während der Reise getippt haben. Die Fotos zeigen einen kleinen Ausschnitt von dem, was uns zwischen Sylt und Oberstdorf vor die Linse gekommen ist. Viel Spaß beim „Durchblättern“!

Empfehlung: PDF im Adobe Reader in Zweiseitenansicht anschauen und Deckblatt NICHT einblenden


Montag, 11. Januar 2021

Jahresrückblick 2021: Corona ist weg, Merkel ist noch da (Markus)

Das erste Doppeljahr in der Geschichte der Menschheit ist nun vorbei: Alles, was 2020 hätte stattfinden sollen, wurde 2021 nachgeholt. Da vergisst man fast, dass 2021 auch 2021 stattgefunden hat. 

Um zu begreifen, wie großartig 2021 war, muss man nochmal ein Jahr zurückblicken: Zu Beginn des Jahres 2021 war Donald Trump noch US-Präsident und hetzte einen wilden Mob ins Kapitol; gegen die weltweite Corona-Pandemie begannen gerade erst die ersten Impfungen, sodass an uneingeschränktes Reisen oder Feiern noch nicht zu denken war; im Jemen und in Syrien herrschte noch immer Krieg, obgleich sich die westliche Medienwelt dafür schon längst nicht mehr interessierte. 

 

Das Trumpeltier ist weg.

Nun also ist Anfang 2022 und wir blicken zurück auf ein verdammt erfolgreiches Jahr: Wir freuen uns über den im wahrsten Sinne des Wortes demokratischen Präsidenten Joe Biden; wir sind erleichtert, dass dank weltweiter Impfungen die Pandemie beendet wurde; und wir danken den erfolgreichen Friedensvermittlern im Nahen Osten. 

Die Bundestagswahl 2021 

Politisches Highlight des Jahres war natürlich die Deutsche Bundestagswahl. Einerseits ist das erwartbare passiert: Eine schwarz-grüne Koalition wird Deutschland nun ins 21. Jahrhundert führen und die Themen Digitalisierung und Klimaschutz endlich ernsthaft anpacken. Spannend war vor allem die Frage: Wer wird Kanzler*_in? Die SPD ist traditionellerweise mit einem alten weißen Mann mit S auf die Nase gefallen; die Grünen hatten mit Annalena Baerbock erstmals eine eigene Kanzlerkandidatin aufgestellt; die CDU/CSU ist aber mit deutlichem Vorsprung stärkste Fraktion geworden. Nur: Wer wird jetzt Kanzler? 

Die Wahl wurde in der Mitte entschieden.
 

Im Frühjahr 2021 hatte sich die CDU ja – warum auch immer – für Friedrich Merz („ich traue mir jedes Amt dieser Welt zu“) als neuen Parteivorsitzenden entschieden. Damit waren Armin Laschet („ich habe nie gesagt, dass ich mir dieses Amt nicht zutrauen würde“) und Norbert Röttgen („in mir reifte in der jüngsten Vergangenheit zunehmend die Erkenntnis, dass die Übertragung dieses Amtes an meine Person eine für unser Land hilfreiche, wenn nicht gar absolut notwendige Entscheidung sei“) raus aus dem Kanzlerrennen. Jens Spahn („niemand traut mir dieses Amt so sehr zu wie ich selber“) sowieso. Im Sommer befand sich Deutschland also im Vormerz, alles lief auf Friedrich Merz als Kanzler raus. Der Teil der Union, der sich mit dem 21. Jahrhundert durchaus anfreunden kann und anders als Friedrich Merz in Coronazeiten die Lektion gelernt hat, dass der Markt doch nicht alles von ganz alleine löst, versuchte indes, doch noch Markus Söder („ich traue mir jedes Amt zu, solange es ein bayerisches Amt ist“) zur Kanzlerschaft zu bewegen. Söder blieb aber bei seinem alten Mantra: „Mein Platz ist in Bayern.“ 

Es kam, wie es kommen musste: Edmund Stoiber lud Angela Merkel, Friedrich Merz und Markus Söder zu sich nach Wolfratshausen ein, wo beim Weißwurstfrühstück die Kanzlerschaft geklärt wurde. Ergebnis: Merz ist raus, Söder macht es. Aber überwiegend vom Bayerischen Homeoffice aus, damit er behaupten kann, sein Wort gehalten zu haben. Da hierfür aber erst die Verfassung geändert werden muss, übernimmt interimsmäßig: Angela Merkel („Sie kennen mich“). Ja, sie hängt doch noch ein Jahr dran. Was der CDU wohl die entscheidenden Punkte für den überraschend deutlichen Wahlsieg beschert hat. Und ihr die Möglichkeit bietet, mit am Ende 17 Jahren die Kanzlerschaftsdauer von Helmut Kohl doch noch zu überbieten. Und, noch wichtiger: Sie konnte Friedrich Merz nochmal richtig eine in die Fresse geben. 

Ein illustres Kabinett wird Deutschland nun durch die nächsten vier Jahre führen: Außenminister Norbert Röttgen, Finanzminister Friedrich Merz, Klimaschutzministerin und Vizekanzlerin Annalena Baerbock – im Klimaschutzministerium geht u.a. das bisherige Wirtschaftsministerium auf –, Verkehrsminister Anton Hofreiter, Landwirtschaftsminister Robert Habeck, Innenminister Joachim Herrmann, Digitalisierungsminister Philipp Amthor (der hierfür einen Beratervertrag mit Rezo abgeschlossen hat). AKK bleibt Verteidigungsministerin, weil die Union sonst niemanden hat und die Grünen den Wehrdienst verweigern. Neuer bayerischer Ministerpräsident wird Andreas Scheuer (ähnlich wie bei der SPD muss es auch bei der CSU immer ein Mann mit S sein).  

Das Sportjahr 2021 

Manuel Neuer verabschiedet sich nach der EM aus der Nationalmannschaft, er will nur noch rot und weiß.

Nach dem kläglichen Scheitern der Nationalmannschaft bei der EM – und das, obwohl Boateng und Hummels doch noch in den Kader zurückgeholt wurden – wird wie erwartet Jürgen Klopp neuer Bundestrainer. Seine einzige Bedingung hat ihm der DFB gerne erfüllt: „Nur, wenn Bierhoff auch gefeuert wird. Ich brauch diesen Kasper nicht, ich bin selber ein Kasper.“ 

Die Olympischen Spiele in Tokyo haben niemanden so richtig interessiert, weil alle einfach nur froh waren, endlich wieder ihre Freunde zu treffen, zu feiern und verreisen zu können. Fernsehen geschaut hatte man in den Monaten davor genug.  

Und sonst so?  

Was ist 2021 sonst noch so passiert? In Italien regiert nach zwei Regierungszusammenbrüchen innerhalb eines Jahres nun wieder Matteo Renzi. Schottland hat die Parlamentswahl am 6. Mai mit einem Unabhängigkeitsreferendum verbunden – mit dem eindeutigen Ergebnis, dass Schottland unabhängig werden und in die EU zurückkehren möchte. Die AfD hat Jörg Meuthen rausgeschmissen, der nun eine eigene Verbindung namens VPN aufbauen will („Vernünftige Populisten Neo“). Wattestäbchen wurden 2021 verboten, Bernd Höcke hingegen darf immer noch frei rumlaufen. 

CSU und AFD sind wieder unterscheidbar geworden.
Wie es im Jahr 2022 wohl weitergeht mit Politik, Sport und sonstigem Gedöns? Hier wird man es wie gewohnt vorträglich nachlesen können.

Dieser Artikel wurde zum ersten Mal im Battle of Blogs gepostet.

Sonntag, 1. November 2020

Corona hat alles zerstört. Auch unsere Vorurteile.

Unsere Opas haben uns vom Krieg erzählt. Wir werden unseren Enkeln von Corona erzählen. Das Virus, das vorübergehend alles zerstört hat, sogar unsere Vorurteile. 

Was war unser Leben so normal, bevor dieses Virus kam: Wir sind morgens zur Arbeit gefahren und abends wieder zurück. Am Wochenende waren wir feiern. Im Urlaub haben wir uns in anderen Ländern unsere Klischees und Vorurteile über andere Völker bestätigen lassen. Die chaotischen Südeuropäer, die korrupten Osteuropäer, die peniblen Skandinavier – kein Wunder, dass sich die EU nur streitet und nie eine sinnvolle Lösung findet, wenn nicht alle so zielstrebig und fleißig sind wie wir Deutschen. Nach zwei Wochen Laissez-faire oder Dolce Vita sind wir wieder zurückgefahren ins teutonische Vaterland und haben unser Spießerleben weitergelebt.

Dann kam Corona. Und plötzlich ist alles anders. ALLES. Wir fahren nicht mehr zur Arbeit, weil ein Homeoffice-Antrag jetzt nicht mehr drei Monate lang bearbeitet wird, sondern Home-Office von heute auf morgen verordnet wird. Wir gehen nicht mehr feiern, weil das die Viren-Ausbreitung beschleunigen würde. Wir fahren nicht mehr in den Urlaub, weil es plötzlich keine Reisefreiheit mehr gibt. Rottach-Egern statt Rimini, Paderborn statt Paris – die Deutschen müssen 2020 ohne Laissez-faire und Dolce Vita auskommen, sondern sich stattdessen an strenge Coronaregeln halten, während im Süden weiterhin das Chaos und im Osten die Korruption herrschen. Oder?

Nein! Wer verhängt einen strengen Lockdown mit de facto Hausarrest? Etwa die peniblen Skandinavier? Nein, die Franzosen und Italiener machen das. Und halten sich daran. Während die Schweden auf dem Weg zur Herdenimmunität über ziemlich viele Leichen gehen - Hauptsache, sie müssen nicht ihr geselliges Leben im öffentlichen Raum einschränken (ihr WAS?). Und die zielstrebigen, fleißigen Deutschen? Die setzen sich Aluhüte auf, ignorieren vom Staat verhängte Verordnungen und riskieren als selbsternannte „Querdenker“ Menschenleben. Deutschland verheddert sich in einem bizarren Föderalismuswirrwarr, bei dem Bewohner des Landkreises Gütersloh nicht mehr in Bayern übernachten dürfen, in Sachsen-Anhalt aber schon, während sich die Italiener an die landesweit einheitlichen Regeln des starken Staates halten. Die Italiener! Starker Staat! Ein starkes Stück. 

„Abgesagt“ ist angesagt im Jahr, in dem alles anders ist.

Hoffentlich landet Corona bald im Müll.

Auch Hans und Gerlinde mussten wegen Corona schließen.

 

Alles ist anders, als es vorher war. Wenigstens auf die EU scheint zu Beginn der Pandemie Verlass zu sein: Auch auf digitalen Konferenzen kommt sie zu keinen sinnvollen, mutigen Beschlüssen. Also alles wie immer, nur digital? Mitnichten: Die EU ringt sich dazu durch, gemeinsam – ich wiederhole nochmal: GEMEINSAM! – Impfstoffe zu bestellen und diese auf die 27 Mitgliedsländer zu verteilen. Und zwar – jetzt kommt’s! – nach dem Schlüssel der Einwohnerzahl: Je mehr Einwohner ein EU-Staat hat, desto mehr Impfstoffe kriegt er. Das ist so einfach wie genial – war bei der Verteilung von Flüchtlingen aber bislang völlig undenkbar. 

Nochmal zum Mitschreiben: Die Italiener folgen ihrem funktionierenden Staat, während die Deutschen irrationalen Argumenten folgen und sich in der Spießbürger-Hauptstadt Stuttgart eine „Krawall-Nacht“ mit gewalttätigen Ausschreitungen ereignet. Die EU fasst indes Beschlüsse, die eine sinnvolle Verteilung auf alle Mitgliedsländer vorsehen. Und welches der EU-Mitglieder ist besonders gut durch die erste Welle der Pandemie gekommen? Genau, Griechenland. 

Was ist mit unseren Klischees passiert? Wie konnten all unsere Vorurteile widerlegt werden? Was hat dieses verdammte Virus da angerichtet? Da muss irgendwas falsch programmiert worden sein, die 0en sind plötzlich 1en und die 1en sind plötzlich 0en. Wer kann dafür nur verantwortlich sein? Wer kann so gut programmieren, dass er alle unsere Vorurteile außer Kraft setzen kann? 

Die Antwort ist so eindeutig wie beängstigend: Bill Gates ist schuld.  

Dieser Artikel wurde zum ersten Mal im Battle of Blogs gepostet.