Sonntag, 25. Februar 2018

Goethe - Italienische Reise

AUCH ICH IN ARKADIEN!
Seit drei Jahren wohne ich in Italien und habe einen Balkon, wo die Zitronen blühen.

Aber Goethe hat Italien viel schöner beschrieben als ich das könnte, deshalb überlasse ich ihm die Texte und steuere nur die dazu passenden Fotos bei. Einfach auf eines der Fotos klicken, dann öffnet sich das Fotoalbum. Im Album wiederum auf die einzelnen Bilder klicken, damit die Texte angezeigt werden.

https://photos.app.goo.gl/hl3bNyscYxU691i02

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Zum Abschluss ein paar Zitate, die Goethe 1786-1788 verfasst hat… und von denen ich natürlich niemals behaupten würde, dass sie heute noch aktuell sind oder auch zu mir passen würden 😎

  • „Ich lasse mir's gefallen, als wenn ich hier geboren und erzogen wäre und nun von einer Grönlandsfahrt, von einem Walfischfange zurückkäme.“ (S. 37)
  • „Die Menschen leben ein nachlässiges Schlaraffenleben.“ (S. 41)
  • „In einem Lande, wo man des Tages genießt, besonders aber des Abends sich erfreut, ist es höchst bedeutend, wenn die Nacht einbricht.“ (S. 63)
  • „Ferner ist dem Inländer die Sache so viel leichter, weil er sich um Mittag und Mitternacht eigentlich nicht bekümmert und nicht, wie der Fremde in diesem Lande tut, zwei Zeiger miteinander vergleicht“. (S. 65)
  • „Die milde Luft, die wohlfeile Nahrung läßt sie leicht leben. Alles, was nur kann, ist unter freiem Himmel.“ (S. 67)
  • „Die uns so sehr auffallende Unreinlichkeit und wenige Bequemlichkeit der Häuser entspringt auch daher: sie sind immer draußen, und in ihrer Sorglosigkeit denken sie an nichts.“ (S. 67)
  • „Könnte ich nur den Freunden einen Hauch dieser leichten Existenz hinübersenden!“ (S. 127)
  • „Dem Landesbewohner wollt' ich alles lassen, wenn ich nur wie Dido so viel Klima mit Riemen umspannen könnte, um unsere Wohnungen damit einzufassen.“ (S. 133)
  • „wie überhaupt die Italienier diesen Lokalpatriotismus im höchsten Sinne hegen und pflegen“ (S. 135)
  • „Dieses Italien, von Natur höchlich begünstigt, blieb in allem Mechanischen und Technischen, worauf doch eine bequemere und frischere Lebensweise gegründet ist, gegen alle Länder unendlich zurück.“ (S. 157)
  • „Mir wenigstens ist es, als wenn ich die Dinge dieser Welt nie so richtig geschätzt hätte als hier. Ich freue mich der gesegneten Folgen auf mein ganzes Leben.“ (S. 179)
  • „Von der Nation wüßte ich nichts weiter zu sagen, als daß es Naturmenschen sind, die unter Pracht und Würde der Religion und der Künste nicht ein Haar anders sind, als sie in Höhlen und Wäldern auch sein würden.“ (S. 189)
  • „Das schöne, warme, ruhige Wetter, das nur manchmal von einigen Regentagen unterbrochen wird, ist mir zu Ende November ganz was Neues.“ (S. 192)
  • „Alles deutet dahin, daß ein glückliches, die ersten Bedürfnisse reichlich anbietendes Land auch Menschen von glüchlichem Naturell erzeugt, die ohne Kümmernis erwarten können, der morgende Tag werde bringen, was der heutige gebracht, und deshalb sorgenlos dahin leben.“ (S. 261)
  • „Ich finde in diesem Volk die lebhafteste und geistreichste Industrie, nicht um reich zu werden, sondern um sorgenfrei zu leben.“ (S. 262)
  • „Warum sind wir Neueren doch so zerstreut, warum gereizt zu Forderungen, die wir nicht erreichen noch erfüllen können!“ (S. 346)
  • „Und so befinde ich mich an Leib und Seele wohler als jemals! Möchtet ihr es an meinen Produktionen sehen und meine Abwesenheit preisen.“ (S. 481)
  • „Mir ist aufgefallen, daß in einer großen Stadt, in einem weiten Kreis auch der Ärmste, der Geringste sich empfindet, und an einem kleinen Orte der Beste, der Reichste sich nicht fühlen, nicht Atem schöpfen kann.“ (S. 523)
  • „Vielleicht fände ich jetzt, da mein Auge geübter ist, auch nordwärts mehr Schönheiten.“ (S. 570)
Die Seitenangaben der Zitate beziehen sich auf die Taschenbuch-Ausgabe des Insel Verlags Berlin (24. Auflage 2013).

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