Mittwoch, 31. Oktober 2018

Schweden-Klischees (Skandinavien 3)

Was fällt einem so an Klischees über Schweden ein? Alle Schweden sind blond. Schwedinnen sind hübsch. Jeder Schwede hat ein Ferienhaus in der Natur. Es GIBT überall Natur. Und Wasser. Alkohol hingegen ist teuer. Alles andere auch. Die Schweden hören ABBA und fahren Volvo. Überall stehen rote Holzhäuschen mit einer Schwedenflagge vor der Haustür, hinter dem Haus entweder ein See oder nackter Fels oder Nadelwald. Auf der Terrasse sitzt eine glückliche Familie, trinkt Kaffee und isst Zimtschnecken.

Von Gerhard Polt, dem Meister des Aufdenpunktbringens, stammt die schöne Formulierung „der Schwede wimmelt nicht“. Vom Soziologen Berthold Franke stammt der Ausdruck „Bullerbü-Syndrom“ für das klischeehafte Schwedenbild der Deutschen.

Sind das wirklich Klischees? Wenn man durch Schweden reist, bekommt man den Eindruck, dass das oben beschriebene Klischeebild tatsächlich der Wahrheit entspricht. Auf der Liste muss außerdem noch ergänzt werden: Frauen sind in Schweden WIRKLICH gleichberechtigt, vom Werbeplakat bis zur Kapitänsjacke. Und das Land ist komplett digitalisiert. Auch in der hintersten Pampa gibt es Elektro-Ladesäulen, mobiles Internet und bargeldlose Zahlung. Aber darüber, dass eine Reise nach Schweden eine Reise in die Zukunft ist, habe ich ja bereits an anderer Stelle geschrieben.

Wenn man die oben beschriebenen Schweden-Klischees in natura erleben will, dann hier eine Reiseempfehlung: Man nehme in Göteborg die Straßenbahn-Linie 11 bis zur Endstation Saltholmen und steige dort um in eine der vier Fährlinien, die zwölf verschiedene Schäreninseln ansteuern. Die Klischee-Schwedin am Ticketschalter bestätigt, dass das ganz normale städtische Nahverkehrsticket auch auf den Schiffen gilt. Die Wartezeit kann man auf einem Klischee-Felsen verbringen und auf den Klischee-Schärengarten blicken, durch den man später mit dem Schiff fahren und vom Oberdeck die Klischee-Holzhäuser betrachten wird.

Wahrscheinlich lohnt es sich auf jeder einzelnen Insel einen Stopp einzulegen. Ich hatte mich für einen Aufenthalt auf Vrångö entschieden. Und nach einem kurzen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet auf der Terrasse vor dem Holzhaus-Café einen Kaffee getrunken und eine Zimtschnecke gegessen. So viel Klischee muss erlaubt sein.


Samstag, 27. Oktober 2018

Chai Latte, Walnusstorte und die Europäische Union (Skandinavien 2)

Der deutschsprachige Raum grenzt im Norden und Süden jeweils an eine sympathische Halbinsel: Im Süden an die Apennin-Halbinsel, im Norden an die Kimbrische Halbinsel. Vereinfacht ausgedrückt und geographisch inkorrekt könnte man auch sagen: Im Süden an Italien, im Norden an Dänemark.

In Italien wohne ich, in Dänemark sitze ich gerade in einem Café. Dieses Café Empire in der Innenstadt von Frederikshavn gefällt mir ausgesprochen gut: Schöne Möbel, gemütliches Ambiente, wärmender Chai Latte, köstliche Walnusstorte – und eine Ruhe, die ob der großen Gästezahl fast schon unrealistisch ist.

Wärmender Chai Latte, köstliche Walnusstorte

Unrealistisch? Nein, für Dänemark ist diese Ruhe eigentlich völlig normal. Ich erwische mich dabei, das Café mit der italienischen Brille zu sehen. Wäre das Café Empire nicht in Frederikshavn, sondern an einem Adriahafen, dann würden die Kinder die ganze Zeit rumbrüllen, die Kellnerin würde statt Ruhe Hektik ausstrahlen und statt der Designersessel gäbe es Plastikstühle. Dafür würde der Kaffee nur ein Viertel kosten.

Auf der Europakarte liegt Dänemark oben, Italien liegt unten. Ähnlich verhält es sich in Rankings zu Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Lebensqualität und Bildung. Guter Norden, schlechter Süden? Mitnichten. Es muss ja einen Grund geben, warum so viele Menschen Italien lieben: Das Wetter alleine kann es nicht sein

Meine Gedanken im Café Empire kreisen um die Frage, ob es realistisch ist, dass das akkurate Dänemark und das chaotische Italien in einer politischen Union vereinigt sind; dass beide die selben, in Brüssel von 28 Nationen beschlossenen Spielregeln befolgen; dass sie in der Außen-, Wirtschafts- und Verteidigungspolitik mit einer Stimme sprechen.

Nein, das ist nicht realistisch.

Im Café Empire in Frederikshavn
Und doch gibt es diese Europäische Union: Dieses nicht nur von mir sehr geschätzte Bürokratie gewordene Friedensversprechen; diese friedensnobelpreistragende Konfliktschlichterin; dieses vielsprachige und doch oft sprachlos machende Konstrukt, dem häufig der schwarze Peter zugeschoben wird; dessen „Hauptstadt“ von Robert Menasse ein wunderbares Denkmal geschrieben wurde; das es schafft, ausgeglichene Dänen und unausgeglichene Italiener in einem gemeinsamen Parlament einen Ausgleich aushandeln zu lassen, den danach niemand als Niederlage begreift. Und falls doch, kann man ja „Brüssel“ die Schuld in die Schuhe schieben.

So schön es ist, dass es dieses gemeinsame Europa mit all seinen allseits bekannten Schwächen gibt: Natürlich kann Europa nicht dauerhaft funktionieren, können Deutschland und Frankreich nicht dessen gemeinsamer Motor sein, wo doch der vorherrschende Familientyp in Deutschland die Stammfamilie, in Frankreich hingegen die Kernfamilie ist.

Dieser Unsinn ist nicht meine Meinung, sondern die subjektiv und überspitzt formulierte Zusammenfassung eines Interviews mit dem französischen Soziologien Emmanuel Todd, das ich im Café Empire im Spiegel gelesen habe. In seinem Buch „Traurige Moderne“ erklärt Todd anscheinend gleich die ganze Geschichte der Menschheit anhand der Evolution von Familiensystemen. Garniert ist das Ganze mit einer Karte, die Europa in drei vorherrschende Familientypen einteilt, mit scharfen Trennlinien zum Beispiel zwischen Luxemburg und Belgien sowie zwischen Nord- und Südtirol. Im SPIEGEL wurde dabei laut Fußnote eine vereinfachte Darstellung gewählt, unterscheidet Todd doch eigentlich vier regionale Ausprägungen des Kernfamilien- sowie zwei des kommunitären Familientyps.

Dieser Quatsch erinnert mich an Samuel Huntington, der mit ähnlichen Kartendarstellungen den „Kampf der Kulturen“ herbeischreiben wollte und damit bei der Bush-Adminstration bekanntlich auf offene Ohren gestoßen ist. Meine Hoffnung ist, dass die Verantwortlichen in Brüssel Robert Menasse lesen und nicht Emmanuel Todd. Dass sie sich also von einem Satiriker zu Visionen verleiten und nicht von einem Pessimisten Europa kaputtreden lassen. Und dass sie nicht auf die Befindlichkeiten der Elfenbeinturm-Bewohner in den Zentren der europäischen Hauptstädte Rücksicht nehmen, sondern sich mehr mit den Befürchtungen der Großwohnsiedlungsturm-Bewohner an den Rändern der europäischen Großstädte beschäftigten. Jede Familie in Europa sollte ernstgenommen werden und sich ihre Miete sowie die Ausbildung ihrer Kinder leisten können – egal ob es sich dabei um eine Stammfamilie, eine Kernfamilie oder eine kommunitäre Familie handelt. Dann klappt es auch wieder mit den Wahlergebnissen für die europafreundlichen Parteien.

Lang lebe die Europäische Union!

Es ist leider so, dass sich nicht jeder Europäer den Luxus gönnen kann, im Café Empire in Frederikshavn einen Chai Latte und eine Walnusstorte zu genießen. Aber jeder Europäer kann seine Meinung frei äußern; sein Reiseziel, seinen Arbeitsplatz, ja sogar seinen Wohnort innerhalb der Union frei wählen. Für uns ist das mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, für Osteuropäer war es noch vor 30 Jahren ein ferner Traum.  

Die Europäische Union ist eigentlich ein Wunder. Ein Wunder, das(s) das akkurate Dänemark und das chaotische Italien vereint hat/sind. Ein Wunder, über das wir uns freuen und das wir verteidigen sollten, statt es ständig schlechtzuschreiben. 

Schreibt der deutsche Staatsbürger mit italienischem Wohnsitz, der sich in einem dänische Café über einen französischen Soziologen ärgert, bevor er das Schiff nach Schweden betritt.

Freitag, 26. Oktober 2018

Von Italien nach Dänemark (Skandinavien 1)

Dem Rekordsommer entfliehen

Es kommt nicht so oft vor, dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird. Am 11. September 2001 war das zum Beispiel der Fall. Oder im Sommer 2006, als die deutsche Nationalmannschaft und die deutsche Nationalflagge wiedergeboren wurden. Nun also der Rekordsommer 2018: Ganz Europa liegt unter einer Hitzeglocke, Bauern jammern über monatelange Dürre, Kreisläufe brechen zusammen, Wälder brennen. Was grün sein sollte, ist gelb. Die Geister, die man rief – endlich mal dauerhaft schönes Wetter! – wird man nicht mehr los.

„Und am wenigsten sind sie Durst und Hitze zu ertragen gewöhnt“, schrieb Tacitus über die Germanen. Wenn man sich das deutsche Gejammer über den Dürresommer 2018 anhört, dann scheint sich seit Tacitus nicht viel geändert zu haben.

Ich schließe mich dem Gejammere gerne an: Der Mensch braucht nicht kalt, der Mensch braucht nicht heiß, der Mensch braucht vor allem Abwechslung. Er braucht Übergangsjahreszeiten und abendliche Abkühlung. Er braucht im Winter Schnee und im Sommer Sonne. Aber genug ist genug und zu viel ist zu viel: 2018 war – zumindest in Südtirol – zu viel Winter und zu viel Sommer. Ein Hoch auf die Übergangsjahreszeiten! Ein Hoch auf Jetstreams und die gemäßigten Breiten. Aber bitte ein Hoch, das irgendwann einmal wieder von einem Tief unterbrochen wird. Ein Hoch auf das nächste Tief!

Genug gejammert, Rucksack gepackt und losgefahren: Ich flüchte in diesem Rekordsommer nach Skandinavien und bin tatsächlich froh, 38 Grad Außen- und 30 Grad Innentemperatur hinter mir lassen und meinen Kreislauf mal abkühlen zu können. Klar, auch in Schweden gibt es derzeit Rekordtemperaturen und nie dagewesene Waldbrände. Aber im Vergleich zu Norditalien erscheint mir das ganze doch recht erträglich.

Diesen Satz wird man von mir Sonnenliebhaber nicht oft lesen, aber: Ich freue mich auf den Norden!

Deutschland funkt nicht

„Jetzt sind wir in Deutschland, da funktioniert nichts mehr. In Österreich war jeder Zug auf die Sekunde pünktlich“, so der resigniert-amüsierte Kommentar eines Mitreisenden, als die Durchsage verkündet, dass sich die Weiterfahrt verzögert, weil wir auf einen verspäteten Gegenzug warten müssen. Sowas kann ja mal passieren. Aber warum passiert es immer in Deutschland, und warum passiert es in Deutschland immer? Und warum gibt es nur in Deutschland so dumme Züge wie diesen hier? Wenn man eine Steckdose sucht, muss man an die Decke gehen; wenn man sein Fahrrad aufhängen will, hat man ein Brett vorm Kopf; und die Gepäckfächer sind de facto nicht nutzbar.

Warum geht mir mein Heimatland neuerdings jedes Mal, wenn ich es besuche, auf den Sack? Warum funktioniert hier nichts mehr, keine Eisenbahn, kein Wlan, kein sozialer Ausgleich, kein Kohleausstieg, keine Verkehrswende, kein 21. Jahrhundert?

Warum gibt es nur in Deutschland so dumme Züge wie diesen hier?

Wohlgemerkt, der Autor dieser Zeilen wohnt in Italien, landläufig nicht dafür bekannt, gut zu funktionieren. Es fährt aber zumindest nicht so auf Verschleiß wie Deutschland das seit Jahren tut. Dummerweise liegt eben dieses Deutschland aber genau zwischen Italien und Dänemark, also muss ich da jetzt durch.

Dänemark macht Spaß

Routine-Passkontrolle. Kennt man ja leider auch wieder innerhalb des Schengen-Raums. Was eher überrascht: Der Zöllner hat Humor. Ist ja auch ein Däne und kein Deutscher. „Aufpassen, Mais ist gefährlich“, grinst er in fast akzentfreiem Deutsch zu meinem Sitznachbar, der sich lieber an einem Maiskolben verschluckt als endlich mal seinen Pass rauszusuchen. Der Sitznachbar betrachtet das wahrscheinlich als aktiven Widerstand gegen die Polizeigewalt. Als Deutscher weiß er zwar, wie man mit wenig Budget durch Dänemark kommt und dass Trekking-Sandalen gut zu atmungsaktiven Oberteilen passen, aber mit Humor kommt er nicht so klar. Seine Antwort: „Nein, Mais ist gesund!“

Der humorvolle Zöllner erklärt, dass es ein Witz sein sollte, der aber leider in die Hose ging (man stelle sich einen deutschen Grenzbeamten vor, der die Formulierung „ging in die Hose“ verwendet!) und verabschiedet sich mit den beiden Worten „gute Besserung!“. Lachen macht sich breit im deutsch-dänischen Zug. Nur einer lacht nicht mit.

Der Zöllner verlässt den Zug und geht hinaus in den Regen. Ja, Regen! Tatsächlich! Dänemark empfängt seine Besucher zuverlässig mit kühlen Temperaturen und Regen, auch im Rekordsommer 2018. Nach der Gluthitze der vergangenen Wochen empfinde ich den Regen tatsächlich als etwas Positives.

Das Land der Triebkopfschäden und Oberleitungsstörungen (ja, beides hatte ich heute Morgen auf dem Weg nach Hamburg und meine Frühstücksverabredung Christoph dort deshalb lange auf mich warten müssen) liegt hinter mir, vor mir liegt das humorvolle, hübsche Dänemark. Ich freu mich.

Ja, Regen! Tatsächlich!

Montag, 1. Oktober 2018

Ein Hoch auf den Hochsommer

Über kaum ein Thema spricht man so höchst gerne wie über das Wetter. Höchste Eisenbahn also, dass ich das an dieser Stelle auch einmal tue. Der Hochsommer 2018 bietet sich dafür an. 

Im Sommer 2018 folgt auf jeden Polterabend (= Gewitter) eine weitere Hoch-Zeit. Hochaktuelle Unwetterwarnungen werden auf hochauflösenden Monitoren häufig aktualisiert. Hochseilgärten haben Hochkonjunktur. Hochglanzbroschüren raten vom Genuss hochprozentiger Getränke ab. Hoch konzentrierte, unter Hochdruck gemixte Hochklasse-Smoothies versprechen stattdessen einen hochgradigen Hochgenuss. Auch Hochleistungssportler*innen legen lieber einen Ruhetag ein, als mit Höchstgeschwindigkeit auf dem Hochrad unterwegs zu sein. Hochmut kommt vor dem Fall…

Vor den hohen Temperaturen kann man in der Hochsaison in die Höhe fliehen (besser Hochalm als Hochhausdach) – oder in den hohen Norden. Ob Hochgebirge oder schottisches Hochmoor – wer der Hitze entfliehen kann, der flieht. Außer den Eisverkäufer*innen, bei denen herrschen Hochbetrieb und Höchstumsätze.

Hochbrisante Meldungen beherrschen das Sommerloch: In Schweden brennen Wälder, in Deutschland vertrocknen Felder, in Kalifornien verenden Kälber. Hitze hoch drei, wohin man auch schaut. Die Geister, die man nach dem langen Winter mit Hochspannung erwartet hatte, wird man nicht mehr los. Ob Hochadel, Hochschulabsolvent*in, Hochseefischer*in, Hochsicherheitstraktinsass*in oder Hochtief-Bauarbeiter*in: alle schwitzen. Die Hitze schweißt zusammen. Ein Hoch auf das nächste Tief!

Als was wird dieser Sommer 2018 in die Geschichte eingehen? Als einmaliger Ausrutscher? Als Beginn einer neuen Realität? Als der Zeitpunkt, an dem auch der letzte hochnotpeinliche Depp kapiert hat, dass der hochgefährliche Klimawandel keine Erfindung der hochbegabten chinesischen Hochkultur ist?

Ausgangspunkt der Hitzewelle war im Übrigen eine blockierende Omegalage, die zu einem Abreißen der Westwinddrift führte. Europa muss also – vom Hochlohnland Schweden bis ins hoch verschuldete Griechenland – solidarisch zusammenhalten und gemeinsam die Brände löschen, weil aus dem Westen keine verlässliche Hilfe mehr zu erwarten ist.

Wie gesagt, ich rede hier über das Wetter.

Dieser Sommer war echt der Gipfel
Der Kar - See - versiegte
Dieser Artikel wurde in der Straßenzeitung Zebra (Ausgabe September 2018) veröffentlicht.
Der Kauf der Zebra lohnt sich meiner Meinung nach sowohl für Käufer (weil die Inhalte wirklich interessant sind) als auch für Verkäufer (weil sie einen Euro vom Verkaufspreis behalten dürfen und einen Zugang zu Arbeitswelt und sozialen Kontakten erhalten). Mehr Infos hier.

Freitag, 14. September 2018

Warum mich die Deutsche Bahn mal am Arsch lecken kann

Liebe Deutsche Bahn,

ich gratuliere dir zu deiner unfassbaren Unfähigkeit. Die spart dir nämlich viel Geld, die dich deine unfassbare Unfähigkeit sonst kosten würde. Warum? Weil du nicht in der Lage bist, durchgehende Tickets nach Südtirol auszustellen, wenn in der Reisekette Züge enthalten sind, an denen du nicht selber beteiligt bist. Also musst du keine Entschädigung zahlen, wenn aufgrund deines Versagens mal wieder was schief geht und man die Reise nur mit Verspätung oder gar nicht mehr am selben Tag beenden kann. Also immer. 

Glücklicherweise wohne ich mittlerweile in Südtirol und bin in meinem Alltag nicht mehr auf dich angewiesen. Aber bei den meisten Fahrten in und durch meine deutsche Heimat bin ich weiterhin von dir abhängig. Und jedes Mal zeigst du dich von deiner Schattenseite. The same procedure as last time, Deutsche Bahn? - The same procedure as every time, Markus:

Bei meinem drittletzten Aufenthalt in Deutschland hast du mir zum Beispiel zwischen Puttgarden – bis zum Überschreiten der deutschen Grenze hatte wie immer alles reibungslos geklappt – und Hamburg so viel Verspätung eingebrockt, dass ich den ÖBB-Nachtzug nach Innsbruck nicht mehr erreichen konnte. Statt mit dem bequemen ÖBB-Zug musste ich mit deinen unbequemen Sardinenbüchsenzügen fahren, kam mehrere Stunden später in Bozen an als geplant – aber entschädigt wurde ich für den verpassten Nachtzug nicht, denn wie deine antikulanten Angestellten richtig bemerkt haben: Ich hatte ja kein durchgehendes Ticket. Und warum hatte ich kein durchgehendes Ticket? Weil DU UNFÄHIGSTER BAHNBETREIBER DER WELT zu unfähig bist, eines auszustellen. Beziehungsweise weil du zu unfähig bist, Nachtzüge zu betreiben. Die ÖBB beherrscht das ganz hervorragend, auch in Deutschland. 

Warten in Puttgarden

The same procedure as last time, Deutsche Bahn? The same procedure as every time, Markus.

Bei meinem vorletzten Aufenthalt in Deutschland hast du mir ein unfassbares Chaos angerichtet, weil die Fahrzeiten auf meiner Fahrkarte nichts mehr mit dem reellen Fahrplan zu tun hatten. Ich sollte plötzlich zusätzlich in Würzburg umsteigen, das ging dann aber doch nicht, weil ich mittlerweile so viel Verspätung hatte, dass ich den anderen Zug nicht mehr gekriegt hätte… Die „Qualitätszeit“ im Zug hatte ich also mal wieder überwiegend mit Alternativverbindungssuche im DB Navigator verbracht. Kurzum: Es freut mich wirklich sehr für dich, dass du deine baustellenbedingten Verspätungen in letzter Zeit reduzieren konntest. Der dafür nötige Trick, einfach die Fahrpläne zu ändern und die Fahrzeiten zu verlängern, ist aber schnell zu durchschauen. Und vor allem solltest DU RINDVIEH VON EINEM VERKEHRSDIENSTLEISTER deine Fahrgäste, denen du ein Ticket verkauft hast, vorab informieren, dass der auf dem Ticket angezeigte Fahrplan überhaupt nicht mehr gültig ist. 

Noch dümmer als die Deutsche Bahn kann man Steckdosen und Haltestangen nicht einbauen.

Bei meinem letzten Besuch in Deutschland hast du mit einem Triebkopfschaden und einer Oberleitungsstörung dafür gesorgt, dass ich die zwei Stunden Puffer, die ich dieses Mal in Hamburg eingeplant hatte, nicht wie vorgesehen mit einem guten Freund frühstückend verbringen konnte, sondern nur Zeit für ein schnelles Franzbrötchen war, bevor ich in die einzige funktionierende Tür des anschließenden Eurocity einstieg. Reisekostenrückerstattung habe ich gleich gar nicht versucht, bei meinem Interrailticket wärst du sicher auch wieder zu unfähig gewesen, mir eine Erstattung auszuzahlen. In den anschließenden zwei Wochen Interrail-Urlaub in Skandinavien waren übrigens alle Züge immer pünktlich. Sicher nur ein Zufall.

Schnelles Franzbrötchen, dann zur einzigen funktionierenden Tür des EuroCity

Nach zwei Wochen funktionierenden Bahnen in Skandinavien wieder in Deutschland gelandet...

Letztes Wochenende war es wieder so weit: ein Besuch in Deutschland. Eine Fahrt mit dir. Und es wird dich nicht überraschen: Du hast mir schon wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Ziel war, via Passau, Mühldorf, Kufstein und Innsbruck am späten Abend in Bozen anzukommen. Das Ticket ging aber nur bis Innsbruck – du ahnst es: Du ALBTRAUM JEDES REISENDEN warst nicht in der Lage, mir ein durchgehendes Ticket zu verkaufen. Schlimmer ist jedoch, dass du nicht in der Lage warst, schon in Passau anzusagen oder anzuzeigen, dass der Zug nach Mühldorf gar nicht bis nach Mühldorf fährt! Ganz genau, mal wieder baustellenbedingt den Fahrplan geändert, aber keine Infos an diejenigen, die schon ein Ticket für diesen Zug gebucht hatten. Und nicht mal an diejenigen, die gutgläubig der Anzeigentafel vertrauend in den Zug eingestiegen sind. Dieser alte Trick, Fahrgäste in den Wahnsinn zu treiben, funktioniert einfach immer wieder. 

Erst zwei Minuten vor der Ankunft in Pocking gab es – vom Band! So richtig kurzfristig kann die Streckensperrung also nicht gewesen sein! – die Information, dass der Zug in Pocking endet und es von dort einen Schienenersatzverkehr nach Eggenfelden gibt. Mit 36 (!) Minuten Wartezeit auf den Bus – und 0 (!) Hinweisschildern, Fahrplanaushängen, Ansagen oder ähnlichem am gottverlassenen Bahnhof Pocking. In keinem anderen Land Europas wird Bahnfahrgästen eine solche Unverschämtheit zugemutet. 

Der Navigator weiß, dass es Ersatzverkehr gibt. Der Fahrgast nicht.


36 Minuten Wartzezeit, aber 0 Info in Pocking

Mobiles Internet in niederbayerischen Regionalzügen

Walkman-Verbot im niederbayerischen Ersatzbus. 2018 in Deutschland.

Kompetente Menschen, die man etwas fragen könnte (ich nenne sie „Schaffner“, du nennst sie ganz unkompliziert „Kundenbetreuer im Nahverkehr“) gibt es in deinen niederbayerischen Regionalbahnen noch weniger als mobiles Internet. Aber schnell ist klar: Ich habe keine Chance mehr, noch am selben Tag nach Bozen zurückzukommen. Nicht via Rosenheim, nicht via München, zumindest nicht mit der Bahn. Mein Retter in der Not ist grün und zuverlässig: Ich konnte mir (hach, wie unkompliziert ist der Buchungsvorgang bei Flixbus im Vergleich zu dem bei dir) ein Flixbus-Ticket von München nach Bozen buchen, mit Ankunft um 1:50h (ich greife mal vorweg, dass der Bus pünktlich gewesen sein wird). Keine schöne Uhrzeit, um ins Bett zu gehen, wenn man am nächsten Tag früh ins Büro muss. Aber du in deiner Unfähigkeit, ein durchgehendes Ticket auszustellen, hättest mich ja unterwegs stranden lassen, ohne mir ein Hotel zu zahlen. Also Flixbus. Also will ich mir in Mühldorf im Reisezentrum bestätigen lassen, dass ich mehr als eine Stunde Verspätung habe und nun statt nach Rosenheim nach München weiterfahren darf. Das Reisezentrum hat aber natürlich geschlossen. Also begebe ich mich auf das Gleis, wo der Regionalexpress nach München wartet. Tatsächlich: Es steht eine Schaffnerin, pardon, Kundenbetreuerin im Nahverkehr, auf dem Bahnsteig. Kurz und diplomatisch erkläre ich ihr – mein hinfälllig gewordenes DB-Ticket und mein frisch gebuchtes Flixbus-Ticket zeigend – mein Problem: Dass ich aufgrund der Streckensperrung heute nicht mehr nach Hause komme, außer ich fahre jetzt nach München und von da mit dem Flixbus weiter. Ich frage sie, ob ich nun wenigstens mit dem Zug nach München fahren kann, wenn ich von der Bahn sonst schon keine Entschädigung zu erwarten habe. Sie schaut mich an und sagt: Nein. 

Ich hab kurz darüber nachgedacht, komplett auszurasten, den Bahnhof Mühldorf zu verwüsten oder zumindest die Schaffnerin zu erwürgen. Habe mich dann aber doch spontan umentschieden und höchst diplomatisch weiterargumentiert, warum es für mich nicht ganz unwichtig sei, in diesen Zug einsteigen zu dürfen. Die gute Frau ließ sich erweichen, aber „psssst! Verraten Sie das bloß nicht weiter, ich dürfte das eigentlich nicht.“ Ich konnte mir nicht verkneifen, sie davon in Kenntnis zu setzen, dass ich es nicht eben für eine großzügige Geste der Deutschen Bahn halte, mich nach diesem nervenaufreibenden Chaos wenigstens ohne Aufpreis nach München fahren zu lassen, wo ich doch schon auf die Nutzung des Tickets nach Innsbruck verzichte, keinerlei Entschädigung erhalte und zusätzlich ein Busticket zahlen muss. Und ich frage dich, liebe Deutsche Bahn: HAST DU EIGENTLICH NOCH ALLE TASSEN IM SCHRANK, deine Mitarbeiterinnen anzuweisen, Fahrgäste, pardon, Beförderungsfälle, in so einer Situation abzuweisen? BIST DU VON SÄMTLICHEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN? Anscheinend schon. KRIEGST DU EIGENTLICH GAR NICHTS MEHR AUF DIE REIHE? Auch das. 

Jedes Mal, wenn ich in Deutschland bin und mit dir fahren „möchte“, funktioniert es nicht. Immer nur in Deutschland funktioniert die Bahn nicht. Aber da jedes Mal. 

Wenn du nun denkst, ich habe in der obigen Auflistung einzelne Fahrten in den letzten Monaten in Deutschland unterschlagen, die pannen- und verspätungsfrei abgelaufen sind, dann muss ich zugeben: Ja, diese Fahrten gab es. Die habe ich aber allesamt mit Flixbus zurückgelegt. Und nicht mir dir ZUVERLÄSSIG UNZUVERLÄSSIGEM SAUHAUFEN

So zum Beispiel meine Hinfahrt nach Deutschland letzte Woche. In Frankfurt bin ich nach dem Verlassen des bequemen und pünktlichen Nachtbusses auf ein Werbeplakat gestoßen, auf dem du mir empfiehlst: „Fahr doch nichts Flixbeliebiges.“ Mein erster Eindruck beim Lesen dieser IC-Bus-Werbung war: Wenn es irgendein Unternehmen auf dieser Welt gibt, das keine vergleichende Werbung machen sollte, dann bist das du, liebe Deutsche Bahn!

Wenn irgendein Unternehmen dieser Welt auf vergleichende Werbung verzichten sollte...

Aber beim zweiten Lesen habe ich die subtile Botschaft dann verstanden: Du empfiehlst mir ganz generell, lieber Bus zu fahren. Weil dir deine unfassbare Unfähigkeit, Schienenfahrzeuge zu betreiben, selber auch nicht entgangen ist, empfiehlst du deinen eigenen Kunden, doch wenigstens den DB-Bus zu benutzen, wenn sie schon von der Bahn auf den zuverlässigeren und nervenschonenderen Bus umsteigen.

Ein interessanter Gedanke, auf den IC-Bus umzusteigen. Aber wissend, dass er von DIR betrieben wird, beantworte ich deinen Vorschlag mit einem von Herzen kommenden: VERGISS ES! DU KANNST MICH MAL AM ARSCH LECKEN, DEUTSCHE BAHN! Und Verspätungsgutschein will ich auch keinen, diesen einzulösen hieße ja, dass ich wieder auf deine „Dienste“ zurückgreifen müsste. Von denen habe ich vorerst genug.

Herzallerliebst,

dein Markus Belz (ProBahn-Mitglied, ehemals BC100-Kunde, mittlerweile am liebsten überhaupt nicht mehr DB-Kunde)

Montag, 27. August 2018

Radreise entlang der Rhone

Neun Jahre nach der Donau und vier Jahre nach dem Rhein war es für mich mal wieder an der Zeit, einen großen europäischen Fluss zu erradeln: die Rhone. Der Tourenvorschlag kam von meinem Mitradler Wolfgang. Es war ein guter Vorschlag.

Interessanterweise hat die Radreise entlang der Rhone im selben Ort begonnen wie die Radreise entlang des Rheins: in Andermatt. Während sich der Rhein von der Schweiz Richtung Deutschland und Niederlande windet und Frankreich nur kurz tangiert, entscheidet sich die Rhone quasi spiegelverkehrt für die Reise in den Süden und durch Frankreich. Während der Rhein den Bodensee durchfließt, durchfließt die Rhone den Genfer See. Alte Burgen auf dem Fels, alte Flussschleifen neben langweilig kanalisierten Flussabschnitten, geschichtsträchtige Großstädte und sehenswerte Kleinstädte, Weinreben und Kühltürme: Die Liste der Gemeinsamkeiten von Rhein und Rhone ist lang. Und auch das Wetter auf meinen beiden Radreisen wär ähnlich: am Anfang kalt, später warm, aber ziemlich nass und sehr gewitterlastig. Bremsbeläge, Räder und Radler haben auch entlang der Rhone gelitten.

Billig ist eine Radreise durch die Schweiz und Frankreich nicht – aber schön. Solange man in den Alpen ist, gibt es so viel zu staunen und fotografieren, dass man gar nicht weiterradeln will. Nach dem großartigen Genfer See folgt eine schöne Hügellandschaft. In Lyon ist dann zum ersten Mal das Meer beschildert: 368 meist ebene Kilometer trennten uns dort noch von der Mündung. Anfangs sehr nasse Kilometer, später teilweise langweilige Kilometer, immer wieder unterbrochen von hübschen, aber ziemlich ausgestorbenen Städten. Bis man dann, nach unzähligen schönen Kettenbrücken und den ersten Weinäckern, die Provence erreicht. Und plötzlich ist wieder Leben in der Bude, plötzlich sind die Orte wieder belebt und die Geschäfte geöffnet.

Bei traumhaftem Sonnenschein hat uns der Mistral schließlich gen Mittelmeer getrieben. Avignon, Arles, Alpilles: Die letzten Tage der Reise waren reich an Abschluss-Höhepunkten. Nach insgesamt 1.243 Fahrradkilometern war dann Schluss, wobei mich die letzten drei Kilometer über den Formel 1-Parcours in Monaco führten.

Aber der Worte sind genug gewechselt, ihr wollt jetzt endlich Fotos sehen…

Bei der Donau war ich in noch der Lage, fast 3.500 Fahrradkilometer in 99 Fotos zusammenzufassen. Beim Rhein habe ich für 1.962 Kilometer schon 199 Fotos gebraucht. Und nun bei der Rhone: 499 Fotos für gerade einmal 1.243 Kilometer. Entweder ich fotografiere immer mehr, oder ich miste immer weniger aus. Ärgerlich für euch, die ihr euch jetzt durch das ganze Album durchklicken müsst...

https://photos.app.goo.gl/cw417kPvz7ghZ5Pb7

Sonntag, 26. August 2018

Eier, wir brauchen Eier!

Einer guten Freundin von mir wurde kürzlich eine Henne angeboten. Aber sie hat abgelehnt mit den Worten: „Was soll ich mit einer alten Henne, die nichts mehr legen kann?“

Ei-ei-ei, würde ich als Mann sagen, dass ich lieber junge Hühner will und keine alten, die nichts mehr legen können, dann wäre der Aufschrei groß. Me too, time’s up und so. All das, was wir Männer beschämt zur Kenntnis nehmen, statt mal die Eier zu haben, uns beherzt an der Debatte zu beteiligen. Da gleichen wir uns leider wie ein Ei dem anderen: Wir behandeln die Thematik wie ein rohes Ei und gehen wie auf Eiern, tun aber trotzdem so, wie wenn uns das alles nichts anginge. 

Anders als alte Hennen können junge Hühner ganz schön Eier machen. Das weiß jeder, der so einem jungen Huhn schonmal den Hof gemacht hat. Aber wenn es die jungen Hühner sind, die Eier machen – wer ist dann eigentlich auf die unsinnige Idee gekommen, dass ein Hase Eier bringt? Ein Osterhuhn wäre viel logischer als ein Osterhase. Auch eine Oster-Eidechse hätte mehr Sinn, allerdings hieße die in Südtirol ja Hegedechs, hätte also kein Osterei im Namen.

Mit den Ostereiern endet die Fastenzeit. Der kollektive Cholesterinspiegel schießt wieder in die Höhe. Und überall bunte Eier in den Geschäftsauslagen: Blaue Eier, rote Eier, gelbe Eier – ja, das Gelbe vom Ei kann zu Ostern auch die Schale sein. 

Diese bunten Eier haben den Vorteil, dass sie schon gekocht sind. Da kann man also nichts mehr falsch machen. Wie schwer es sein kann, ein Ei genau 4 ½ Minuten zu kochen, wissen wir, seit Bertha und Hermann im bekannten Loriot-Sketch so wunderschön rumgeeiert und ein hartes Ei geknackt haben. „Eine Hausfrau hat das im Gefühl.“ Ein Hausmann natürlich auch, aber so weit war Mann zu Loriots Zeiten noch nicht.

Dieser Sketch hat deutlich mehr Niveau als „Der Eiermann“ von Klaus und Klaus. Ein bundesdeutsches Landei wie ich kennt diesen Song natürlich. Alle anderen können mit Youtube‘s Hilfe mal ausprobieren, wie sehr einem ein Ohrwurm auf die Eier gehen kann.
Apropos auf die Eier gehen: Was sind wir Männer so stolz darauf, dass wir zwei Eier haben. Und was lachen wir Frauen immer aus, die uns sagen, wir würden ihnen auf die Eier gehen – weil: „Du hast ja gar keine Eier, auf die ich dir gehen kann“. Von wegen: Eine Frau hat bei der Geburt bereits etwa 200.000 Eizellen pro Eierstock. Mann kann zwar Eier aus Stahl haben, aber keine 200.000.
Ich möchte nicht wissen, wie wir Schnupfenmänner reagieren würden, wenn wir ausnahmsweise einen Eisprung erleiden müssten. Für Frauen ist diese Ausnahme eher die Regel. 

Ach du dickes Ei: Ich bin schon wieder auf sexistisch dünnem Ei(s). Ich hab wohl nicht mehr alle Eierbecher im Schrank. Bevor mich noch jemand mit faulen Eiern bewirft oder ich einen Tritt in die Eier erleide, sage ich: Time’s up. Und Text ist fertig. 

Das Osterei des Kolumbus

Dieser Artikel wurde in der Straßenzeitung Zebra (Ausgabe April 2018) veröffentlicht.
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